Sport-Wetten
Die Entwicklung in Deutschland
Im Laufe der Jahre ist auch in Deutschland die Fußballwette immer populärer geworden: Immer mehr "Zocker" wetten per
Telefon, Fax und seit einiger Zeit auch über das Internet. Dabei ist in der Rangliste der Wetter "König Fußball" ganz oben.
Laut Detlef Train vom österreichischen Sportwetten-Anbieter Intertops setzen die deutschen Spieler zu 95 Prozent auf den
Kampf in den ersten und zweiten Fußball-Bundesligen sowie internationale Begegnungen. Da bekannteste und unter Fachleuten
wohl auch umstrittenste deutsche Wettbüro dürfte Oddset sein. Oddset ist ein eine Staatliche Sportwett-Agentur, ist
vertraglich an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gebunden und ist am Rahmenprogramm der Weltmeisterschaft 2006 mit satten
30 Millionen Euro beteiligt. Neben existieren Oddset sind die vier privaten Unternehmen Betandwin, Sportwetten Gera,
Interwetten und die Digibet AG auf dem deutschen Markt entstanden. Sie alle besitzen die Behördenerlaubnisse aus der
EX-DDR, die in der Bundesrepublik - wenn auch eingeschränkt - anerkannt sind. Außerdem buhlen zahlreiche ausländische
Anbieter um Wettkunden auf dem deutschen Markt, allerdings ohne entsprechender nationaler Lizenz. Während Oddset meist nur
die altbewährten Partien im Angebot hat, treiben die ausländischen Anbieter täglichen Handel mit tausenden von
Sportwetten unterschiedlichster Natur.
Der Vorteil der Privaten: Die Wettscheine sind kostenlos, während bei Oddset pro
Wettschein 50 Cent fällig sind. Allerdings profitiert die staatliche Sportwette von dem Vorteil, dass viele Tipper ihren
Wetteinsatz gemeinsam mit dem Lottoschein abgeben. Für nicht so sattelfeste Internet-User bestimmt ein Vorteil.
Betrieben wird Oddset von der staatlichen Lotterieverwaltung Bayern, die zwar steigende Internet-Zugriffe verzeichnen,
die aber immer noch unter zehn Prozent des der Gesamtwetten liegen (O-Ton Erwin Horak, Präsident der staatlichen
Lotterieverwaltung Bayern). In Anbetracht der guten Erreichbarkeit sehen die Tipper die Gewinnchancen bei Oddset eher als
Nachteil: Im Vergleich zu den Quoten der Konkurrenz sind die Quoten beim staatlichen Sportwetten-Anbieter deutlich
geringer als bei den Konkurrenten. Die Gründe laut Horak: Hohe Zweckabgaben und Vertriebskosten für die Annahmestellen".
Außerdem wird von Insidern als abschlägig beurteilt, dass es keine Langzeitwetten wie auf den Deutschen Meister 2005/06
oder den Weltmeister im kommenden Jahr gibt. In der unabhängigen Sportwetten-Plattform www.wettpoint.com wird Oddset
bei den Experten sogar als verschmäht angesehen. "Wer sich nur ein wenig mit Sportwetten beschäftigt, der wechselt
schnell zur anderen Anbietern", sagte Gunnar Schlanges, Betreiber von wettpoint, kürzlich gegenüber der Welt am Sonntag,
"vor allem die Kombiwette ist bei Oddset neben den schlechten Quoten ein häufig genannter Kritikpunkt. Es besteht der
Zwang, mindestens drei Spiele zu kombinieren. Was natürlich die Gewinnchancen enorm senkt". Neu auf dem Markt sind Tipps,
bei denen man während eines Spiels auf das nächste Foul, die nächste Ecke oder eine Karte wetten kann. Bei der
Wettbörse www.mybet.com spielen die Sport-Anhänger direkt gegeneinander. Ähnlich wie bei den Aktionshäusern im
Internet unterstützen die Plattformen die Tipper lediglich als Plattform. Auf dieser Ebene werden zwei Spieler
zusammen gebracht, ihre Einlage können sie selbst fest legen. Für eine steigendere Beliebtheit nennt Schlanges
attraktivere Wettgewinne als Hauptgrund.
Aber eigentlich ist das Wetten bei ausländischen Anbietern verboten: Ein Glücksspiel - und dazu zählen bei uns in
Deutschland auch die Sportwetten - darf nur mit staatlicher Lizenz durchgeführt werden. In Deutschland haben diese
Zustimmung außer Oddset nur noch Spotwetten Gera, Betandwin, Digibet und Interwetten. Diese Zulassungen wurde jedoch von
Oddset angefochten, wobei sich der Streit um behördliche Genehmigung dreht. Und hier streiten sich wiederum die Experten:
Die Einen sehen die Genehmigung auf deutsche Behörden, während andere wiederum der Meinung sind, dass es auch für
vergleichbare Genehmigungen aus EU-Ländern gelten solle. Und bei eventuellen Repressalien gibt es auch wieder
unterschiedliche Meinungen: Laut Michael Teerhag von der Anwaltskanzlei Withöft, Terhaag und Rosenhövel
"hat ein Spieler, der sich ausländsicher Sportwetten bedient, keinerlei Sanktionen zu befürchten". Oddset hingegen
verweist gern auf Paragraph 284 des deutschen Strafgesetzbuches, wonach bei Glücksspielen ohne amtliche Erlaubnis
sogar empfindliche Gefängnisstrafen drohen.
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